39. Lektion – Schlafstörungen

Es werden nach der ICSD-2 (Internationale Klassifikation der Schlafstörungen) sechs Hauptgruppen unterschieden.

  • Insomnien
  • Schlafbezogene Atmungsstörungen
  • Hypersomnien zentralnervösen Ursprungs
  • Zirkadiane Rhythmusschlafstörungen
  • Parasomnien
  • Schlafbezogene Bewegungsstörungen

Vor allem im Kindesalter sind die Parasomnien

  • Albträume (in der zweiten Nachthälfte
  • Aufwachen mit einem Schreck (Pavor Nocturnus, erste Nachthälfte) oder
  • Schlafwandeln (Somnambulismus, erste Nachthälfte)

nicht unüblich.

Bei psychischen Störungen  kann es auch zu Ein- oder Durchschlafstörungen kommen (vor allem auch bei der Depression) oder ganz allgemein zu Unruhegefühlen, die den Schlaf verhindern (z.B. bei Ängsten aber auch bei Psychosen und Schizophrenie). Die bezeichnet man ganz allgemein als Dyssomnien.

Und es gibt Schlafstörungen, die ohne eine psychische Störung bestehen, wie die Narkolepsie (plötzliches Einschlafen trotz genügend Schlafs), Schlafapnoesyndrom (Atemaussetzer währen des Schlafes) und Restless Legs (Unruhe und schmerzen in den Beinen, die nur durch Bewegung aufhören, vor alle nachts)
Die Diagnosen sind weitestgehend in der ICD-10 enthalten und werden in der Gruppe „G“ aufgeführt, die hier der Vollständigkeit halber jeweils beigefügt sind. Zur Diagnosestellung erfordert es einer Anamnese der Symptome: Genaues Erfassen der …

  • Schlafdauer,
  • Tagesmüdigkeit,
  • Leistungseinbußen,
  • körperliche Erscheinungen,
  • psychische Erscheinungen,
  • Dauer,
  • Häufigkeit, etc.

Weiterhin wichtig sind die Umgebungsbedingungen (Lärm, Temperatur, Licht, Schlafplatz, Schlafpartner), die Schlafgewohnheiten (Rhythmus, Abendgestaltung) und Probleme des Schlaf-Wach-Rhythmus (Schichtarbeit, Jetlag). Außerdem bedarf es der Erhebung aktueller und früherer körperlicher und psychischer Beschwerden, einer Drogen- und Medikamentenanamnese und einer Familienanamnese. Erst wenn eine sekundäre Schlafstörung (körperlich oder psychisch verursacht) ausgeschlossen werden kann, sollte die Überweisung, bzw. die Empfehlung der Überweisung in ein Schlaflabor erfolgen.

Außerdem kann eine Aufklärung über entsprechende „Schlafhygiene“ nützlich sein. Diese beinhaltet:

  • Regelmäßige nächtliche Schlafzeiten, nicht vor dem Fernseher schlafen
  • Konsequenter Verzicht auf Alkohol oder koffeinhaltigen
  • Getränken nach dem Mittagessen
  • Keine schweren abendlichen Mahlzeiten
  • Regelmäßige körperliche Aktivität, jedoch nicht abends
  • Keine starke geistige Beanspruchung vor dem Schlafen
  • Entwicklung eines Einschlafrituals
  • Kein Arbeiten oder Fernsehen im Bett
  • Ruhige, abgedunkelte Schlafumgebung

 

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