5. Affektive Störungen

Wenn der Affekt gestört ist, dann kann dies in zwei Richtigen gehen. Bei Depressionen ist die Stimmung herabgesetzt, der Antrieb gehemmt und Freude und Interesse weitestgehend verloren. Bei der Manie ist es umgekehrt, es liegt eine ausgelassene, teils euphorische, teils auch aggressive Stimmungssteigerung vor und diese Steigerung äußert sich auch in der Sprache. Sie ist schnell und oft sind kaum noch Zusammenhänge zwischen den vielen Ideen zu erkennen. Deshalb nennt man dies auch Ideenflucht.

Und schließlich gibt es die bipolare Störung, ein Wechsel von Herab- und Hochgestimmtsein. Schauen wir uns anhand dieser Störung einmal an, was wichtig ist zu wissen. Hierzu gehören das Risiko, daran zu erkranken, das Alter, in dem die Erkrankung in der Regel erstmals auftritt, der Krankheitsverlauf, die Prognose und die Therapie.

Beispiel: Manie

Vorkommen

Lebenszeitrisiko: 1-2%

Erstmanifestation: Beginnen früher als Unipolare Depressionen Mittleres Alter  der Erstmanifestation bei 16-18 Jahren Erste Behandlung im Durchschnitt  bei 22 Jahren Erste Hospitalisierung mit ca. 26 Jahren.

Es besteht kein Geschlechterunterschied.

Verlaufsformen

  • Der Verlauf ist in der Regel schwerer als bei unipolaren Depressionen, es treten mehr Episoden auf.
  • Sie beginnen häufiger mit einer Manie.
  • Nach zwei aufeinander folgenden Depressiven Episoden beträgt die Wahrscheinlichkeit eines weiteren bipolaren Verlaufs 10%.
  • Nach drei depressiven Episoden ist die Wahrscheinlichkeit nur noch sehr gering.
  • Treten mindestens vier affektive Krankheitsepisoden innerhalb eines Jahres auf, spricht man von rapid cycling. Es entwickelt sich bei ca. 5-15% der Patienten mit bipolaren Störungen, 80-90% davon sind Frauen.

Prognose und Mortalität

Depressionen und Manien gehen in der Mehrzahl der Fälle zurück. Bei 20-30% kommt es auch in den freien Intervallen zu Stimmungsstörungen und zu Beeinträchtigungen im interpersonellen und beruflichen Bereich.

Komorbidität verschlechtert auch hier die Prognose wobei Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit höher als bei wiederkehrenden Depressionen ist. Die Suizidhäufigkeit liegt mit 5-30% auch höher.

Therapie

Als Therapie kommt neben einer Psychotherapie vor allem auch eine medikamentöse Therapie zum Tragen.

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