8. Persönlichkeitsstörungen

Wann kann man von einer Persönlichkeitsstörung sprechen?

  • Das Verhalten weicht insgesamt deutlich von kulturellen und erwarteten Vorgaben ab.
  • Die Abweichung ist stabil, hat im späten Kindesalter/Adoleszenz begonnen und kann durch keine andere psychische Störung erklärt werden
  • Dieses Verhalten ist in vielen Situationen unflexibel, unangepasst und unzweckmäßig
  • Es besteht ein persönlicher Leidensdruck und/oder ein nachteiliger Einfluss auf die Umwelt
  • Es liegt keine organische Erkrankung/Verletzung als Ursache vor

Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung verhalten sich also unangemessen und können dieses Verhalten in der Regel auch nicht ändern, zumindest nicht ohne fremde Hilfe, also einer Therapie.

Schauen wir uns exemplarisch einmal die abhängige Persönlichkeitsstörung an:

Beispiel: Abhängige Persönlichkeitsstörung

Hauptmerkmal dieser PS ist, sich in Beziehungen auf stärkere Menschen zu stützen, eigene Bedürfnisse hintan zu stellen und dem anderen alle wichtigen Entscheidungen zu überlassen. Grundannahme ist: „Ich bin hilflos und alleine.“. dafür wird auch Gewalt und Aggressivität seitens des anderen geduldet. Schrecklichte Vorstellung ist die Trennung von der Bezugsperson. Durch Anklammern distanziert sich der Partner oft noch weiter oder zeigt demütigendes oder aggressives Verhalten.

Hauptmerkmale

  • Massives Gefühl der Hilflosigkeit und Schwäche
  • extrem unterwürfiges und anklammerndes Verhalten
  • übermäßiges Bedürfnis, umsorgt zu werden

Neben den bisher angesprochenen Kriterien für eine psychische Störung, wollen wir uns heute eine weitere anschauen, die Komorbidität.

Komorbide bedeutet, dass es Erkrankungen gibt, die sich zusätzlich zur Haupterkrankung etablieren und neben der Haupterkrankung mit auftreten können.

Bei der abhängigen Persönlichkeitsstörung sind dies die Folgenden:

Angststörung, Zwangsstörung, depressive Störung, Suchterkrankung, andere PS

Dies sind Erkrankungen die man häufig bei einer Persönlichkeitsstörung beobachten kann. Angst und Depressionen entsprechen dem Thema dieser Störung – das Gefühl der Abhängigkeit und die daraus resultierende Angst vor Verlust. Suchterkrankungen entstehen oft aus dem Versuch, die Ängste in den Griff zu bekommen.

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